Nächstes Jahr sind schon zehn Jahre vergangen, seit die Liebermann-Villa und ihr Garten für Besucher eröffnet wurden. Einige Beete und Pflanzungen wurden bereits zwei bis drei Jahre vor der offiziellen Eröffnung angelegt. Für besonders intensive Bepflanzungen, beispielsweise auf der Blumenterrasse, in den Stauden- und Sommerblumenbeeten sowie in den Gemüsebeeten im vorderen Teil des Liebermann-Gartens bedeutet dies eine starke Beanspruchung des Bodens. Nach so vielen Jahren leidet die Bodenfruchtbarkeit durch hungrige Pflanzen, die immer wieder üppig blühen und fruchten und dabei den Boden auszehren. Das ist selbst für einen regelmäßig gut gedüngten Boden auf Dauer nicht zu schaffen. Mist!
Da hilft nur eine Kur mit Selbigem und mit Kompost, welche den Boden über den Winter mit Nährstoffen anreichern.

In die langen Beeten im Liebermann-Garten wird Mist untergearbeitet.
In die langen Beeten im vorderen Liebermann-Garten wird Pferdemist untergearbeitet.

Pferdemist ist ein beliebter Dünger mit einer großen Menge an pflanzenverfügbarem Stickstoff und vielen Mineralien. Das Gartenteam hat daher im letzten Herbst alle Pflanzen aus den vorderen Beeten des Liebermann-Gartens herausgenommen und großzügig Mist und Kompost in den ausgelaugten Boden eingearbeitet. Aufgrund dieser Maßnahme war es leider nicht möglich, unsere alljährlichen Tulpenzwiebeln zu setzen. So müssen wir im kommenden Frühling auf ihre schönen Blüten verzichten. Aber dafür werden alle anderen Blumen umso üppiger blühen.

Flieder
Fliedersträucher im Liebermann-Garten

Eine weitere Verjüngungsmaßnahme haben wir am Flieder vorgenommen, da die vergreisten Triebe mit der Zeit unten kahl waren und die Sträucher nur noch schwach an den oberen Trieben blühten. Ein radikaler Verjüngungsschnitt in das alte Holz führt nun dazu, dass die Pflanzen von unten aus sogenannten schlafenden Augen wieder austreiben und sich neu verzweigen. 2016 ist dann bei den neuen Trieben ein Auslichtungsschnitt nötig, die Blüte bleibt aber in diesem Jahr leider aus. Die Blütenbildung am jungen Holz dauert nach so einem starken Eingriff circa zwei Jahre. Auch wenn der Flieder nun erstmal nicht schön anzusehen ist, ist die Verjüngung notwendig, um die nicht minder unansehnliche Verkahlung zu verhindern.
Es gibt im Garten manchmal „Sachen“ – da muss man durch!

Autorin: Kirsten Plathof


Kirsten Plathof ist Gärtnermeisterin der Liebermann-Villa