Max Liebermann und Heinrich Zille – Eine kollegiale Künstlerfreundschaft

Die aktuelle Sonderausstellung „Streit am Wannsee – Von noblen Villen und Strandbadfreuden” der Liebermann-Villa untersucht das konfliktgeladene Miteinander von Villenbesitzern am Wannsee und den ausgelassenen Besuchern des gegenüberliegenden Strandbades. Liebermanns Darstellungen idyllischer Gärten werden dabei den schonungslosen Darstellungen der einfachen Menschen des Arbeiterviertels von Heinrich Zille gegenübergestellt.

Trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Stellung und künstlerischer Ausdrucksformen verband beide Künstler eine langjährige kollegiale Freundschaft. Zum 80. Geburtstag schenkte Zille Liebermann die unten abgebildete Zeichnung, die den Impressionisten als einen allseits beliebten Künstler und umringt von neugierigen und heiteren Menschen aus Zilles sogenanntem „Milljöh“ darstellt. Angesichts dieser späten freundschaftlichen Geste bleibt zu hinterfragen, welche Umstände die beiden Männer zusammenbrachten und wodurch sich ihre andauernde Beziehung auszeichnete. [...]  Mehr

Hornissen – (K)ein Grund zur Panik?

Vor einigen Wochen fiel uns ein Meisenkasten an der Kastanie direkt an unserem großen Eingangstor auf. Das Einflugloch war bis auf eine kleine Öffnung verschlossen und Hornissen flogen aus und ein. Ein Grund zur Panik? Auf jeden Fall wollten wir dieses Nest erst einmal loswerden, auch zum Schutz unserer Besucher. Ein Anruf bei einer Schädlingsbekämpfungsfirma klärte uns jedoch auf: Hornissen stehen unter Naturschutz und sie können nicht so einfach entfernt werden.

Der Nistkasten mit Hornissennest im Liebermann-Garten, Foto: Kirsten Plathof

Dr. Melanie von Orlow, Vorstandsmitglied beim NABU und Hornissenexpertin beruhigte uns, denn vieles, was uns beim Anblick von Hornissen in Panik versetzt, sind übertriebene Vorurteile. So ist auch die Annahme, dass 7 Stiche ein Pferd und 3 Stiche einen Menschen töten, ein moderner Mythos. Hornissen sind in der Regel „friedliche Brummer“ und stechen nur, wenn man sich unvorsichtig ihrem Nest nähert oder wenn man sie quetscht. Im Gegensatz zu Wespen, die in bestimmten Situationen Menschen anfliegen und auch unprovoziert stechen können, ergreifen Hornissen in Konfliktsituationen eher die Flucht. Störungen, wie heftige Bewegungen, das Blockieren der Flugbahn und Erschütterungen am Nest müssen natürlich vermieden werden. [...]  Mehr

4 Millionen warten auf den nächsten Sonntag

Im Rahmen unserer Ausstellung „Streit am Wannsee“ hat das Literarische Colloquium in Kooperation mit der Liebermann-Villa am vergangenen Montag den Film Menschen am Sonntag gezeigt.

Schauspieler Hanns Zischler und der Direktor der Liebermann-Villa, Dr. Martin Faass, am Montag bei der Diskussion zum Film “Menschen am Sonntag” im Literarischen Colloquium

Menschen am Sonntag ist ein sehenswerter Stummfilm von Robert Sidomak und Edgar G. Ulmer, der auf einem Drehbuch von Billy Wilder basiert. Sie alle waren damals Newcomer im Filmgeschäft und wollten dem melodramatischen Stummfilm ihrer Zeit eine moderne Erzählung ohne Stars und Kulissen entgegensetzen. Der Film entstand in Berlin im Jahr 1929 und handelt von vier jungen Menschen, die nach einer langen Arbeitswoche u.a. als Taxifahrer, Verkäuferin oder Weinvertreter einen typischen Großstadt-Sonntag verbringen. Der Film enthält viele authentische und sehr sehenswerte Berlin-Aufnahmen, die in einer wilden Collage das Leben einer Großstadt einfangen: von Parkanlagen, Straßenszenen, Blicken aus der Stadtbahn oder vom Badetrubel im Strandbad Wannsee. Durch die Mischung von dokumentarischen Aufnahmen und Spielszenen mit Laiendarstellern und durch die auf starke Kontraste setzende Lichtführung bei der Charakterisierung der Figuren ist Menschen am Sonntag ein frühes Beispiel für den Realismus im Film. [...]  Mehr