Haben Sie sich in Graphik-Ausstellungen auch schon mal gewünscht, irgendwo das Licht anknipsen zu können? Aus konservatorischen Gründen werden Graphiken in relativ dunklen Räumen präsentiert. Woran liegt das?

„Schuld“ daran ist in erster Linie der Bildträger: Graphiken sind auf Papier gedruckt, das teilweise aus sehr lichtempfindlichen Inhaltsstoffen besteht. Die Lichtempfindlichkeit ist umso ausgeprägter, je höher der holzhaltige Anteil im Papier ist. Durch

Max Slevogt, Granatfeuer, 1917, Lithographie aus der Folge “Gesichte”, Landesmuseum Mainz

Licht zersetzt sich dieser Stoff („Lignin“) und das Papier verbräunt. Bei anderen, weniger holzhaltigen Papierarten können sich im Bereich des Passepartouts Lichtränder ausbilden; aber auch Druck- und Aquarellfarben verändern sich im Licht.

Aus diesem Grund wird die Lichtstärke in Graphik-Ausstellungen extrem verringert und darf nur einen bestimmten Höchstwert haben, weshalb uns als Ausstellungsbesucher die Räume oft sehr (oder zu) dunkel erscheinen.

In unserer aktuellen Sonderausstellung „Im Banne der Verwüstung. Max Liebermann, Max Slevogt und der Erste Weltkrieg“ hängen einige Graphiken, die aus den genannten Gründen noch vor Ende der Ausstellung ausgetauscht werden müssen. Hat allerdings für den Besucher den Vorteil, einige bisher in der Ausstellung nicht gezeigte (Feder-)Lithographien Slevogts aus den Jahren 1917 und 1918 sehen zu können. Die Sonderausstellung läuft noch bis zum 9. März 2015 – wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Autorin: Dr. Julia Klarmann

Dr. Julia Klarmann ist wissenschaftliche Volontärin in der Liebermann-Villa