Gerty Simon zwischen Berlin und London. Eine deutsche-jüdische Fotografin im Exil

Über 350 großformatige Silbergelatineabzüge, Material zu Ausstellungen, Einladungen und Presseberichte – das Archiv der in Vergessenheit geratenen deutsch-jüdischen Fotografin Gerty Simon ist ein beachtliches Konvolut der Wiener Holocaust Library. Es zeugt von ihrem Karriereanfang, ihren vielen Erfolgen im Berlin der 1920er Jahre bis hin zur nationalsozialistischen Machtergreifung und Gerty Simons Emigration nach England.

Nach der erfolgreichen Präsentation der Londoner Wiener Holocaust Library 2019 widmet die Liebermann-Villa am Wannsee der beeindruckenden Fotografin im Frühjahr 2021 ihre erste Ausstellung nach 90 Jahren im deutschsprachigen Raum. Wie sich Karriere und Leben von Gerty Simon entfalteten, stellt unsere wissenschaftliche Volontärin, Viktoria Bernadette Krieger, bereits jetzt im Rahmen der Blogparade „Frauen und Erinnerungskultur“ | #femaleheritage der Münchner Stadtbibliothek Monacensia im Hildebrandhaus vor. [...]  Mehr

Max Liebermann und Lesser Ury – Zweimal Großstadt Berlin

Am 19. Mai ist in der Liebermann-Villa die diesjährige Sommerausstellung „Max Liebermann und Lesser Ury – Zweimal Großstadt Berlin“ eröffnet worden. Die Ausstellung stellt die Großstadtbilder der beiden Künstler gegenüber und zeigt dadurch sowohl die Wesensverwandtschaft als auch die Verschiedenartigkeit in Motivwahl und Darstellungsform beider Künstler.

Der gebürtige Berliner Max Liebermann (1849–1935) und der als Kind aus Posen zugezogene Lesser Ury (1861–1931) waren poetische Chronisten der aufstrebenden Weltstadt Berlin. Ihre Bilder zeugen von einer Epoche großer technischer und künstlerischer Innovationen. Sie lassen die Entwicklungen der Zeit mit ihrem gesteigerten Tempo sichtbar werden: Automobile treten mit Kutschen in Wettstreit, Straßenbahnen verdrängen Pferdetrams und elektrische Bogenlampen ersetzen Gaslaternen.

Obgleich einige Werktitel auf konkrete Berliner Orte verweisen, geht es Liebermann und Ury in ihren Farbvisionen ganz allgemein um das umtriebige Großstadtleben. Ihre flüchtigen Momentaufnahmen schildern städtische Alltagssituationen und fangen die Lichtatmosphäre in der Tradition des französischen Impressionismus ein. Dennoch sind ihr Interesse am und ihre Motivwahl zum Thema Großstadt grundverschieden. [...]  Mehr

Erwin Barth – Gartenarchitekt und Visionär

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Neue Gärten“ in der Liebermann-Villa wollen wir Sie mit einigen wichtigen Persönlichkeiten der Gartenreformbewegung bekannt machen. Die Reihe beginnt mit Erwin Barth.

Erwin Albert Barth (1880-1933) war von 1912 bis 1926 Gartendirektor von Charlottenburg und anschließend von Groß-Berlin. Er gestaltete in seiner Amtszeit zahlreiche Berliner Stadtplätze und Parks, die im Sinne der Lebensreformbewegung allen Menschen Licht, Luft und Sonne bringen sollten. Dazu gehören der Volkspark Jungfernheide, der Mierendorffplatz, der Brixplatz, der Savignyplatz, der Boxhagener Platz, der Volkspark Köpenick, der Volkspark Mariendorf, der Luisenstädtischer Kanal, der Lietzenseepark u.v.a. [...]  Mehr