Wir haben die weiblichen Mitarbeiterinnen der Liebermann-Villa nach ihren Lieblingswerken aus der Ausstellung „Frauen der Secession II“ gefragt. In diesem Blog stellen wir Ihnen nun einmal im Monat bis zum Ende der Ausstellung unsere Mitarbeiterinnen und ihre „Lieblingsstücke“ vor. Freuen Sie sich auf viele starke Frauen!

Dina Schlote und die „Frau im blauen Mantel“ von Julie Wolfthorn

Dina Schlote leitet seit 2014 den Museumsshop der Liebermann-Villa. Ihr Lieblingswerk aus der Ausstellung ist Julie Wolfthorns Pastell „Frau im blauen Mantel“:

„Als die Wahl für einen Favoriten aus unserer Frauen II-Ausstellung anstand, brauchte ich nicht lange nachzudenken: Was für ein wunderschönes Bild! Es besticht sofort durch die eher seltene Farbgebung in diesem wunderschönen Eisblau. Vor allem aber spricht es mich durch die traumwandlerische und geheimnnisumwitterte Stimmung der jungen Frau an. Deutlich sieht man dem Bild die Einflüsse der Pariser Zeit von Julie Wolfthorn an. Dort nahm sie unter anderem Malunterricht bei dem Fin de Siècle Maler Edmond Aman-Jean, der wiederum 1889 von Dora Hitz porträtiert wurde, die in unserer Frauen der Secession I-Ausstellung mit von der Partie war! Julie Wolfthorn hat in einem Zitat erwähnt wie wichtig es ihr sei, „neben dem künstlerischen das psychologische Moment in meinen Bildnissen besonders zu betonen“. Also: Was geht wohl in der jungen Frau vor?“

Dr. Julia Klarmann vor Charlotte Berend-Corinths "Mine Corinth auf dem Diwan liegend ein Buch lesend"
Dr. Julia Klarmann vor ihrem Lieblingsstück: der lesenden Mine Corinth von Charlotte Berend-Corinth.

Dr. Julia Klarmann arbeitet seit 2013 in der Liebermann-Villa. Sie ist wissenschafliche Mitarbeiterin im Villa-Team und hat sich Charlotte Berend-Corinths Gemälde „Mine Corinth auf dem Diwan liegend ein Buch lesend“ als Favoriten ausgesucht:

„Lässig liegt sie auf dem Sofa und liest. Die Rede ist von Wilhelmine, der Tochter der Malerin Charlotte Berend-Corinth. So wie die Szene auf die Leinwand gebracht ist, mit lockerem Pinselstrich und den warmen Farben des Südens, vor allem Terrakottatönen und Türkis, hat das Gemälde für mich südländisches Flair, unwillkürlich muss ich an Matisse und Südfrankreich denken … für einen Moment entführt mich das stille Lesen der Mine in eine andere Welt, in wärmere Gefilde, was an diesen tristen Novembertagen eine sehr willkommene Abwechslung  ist…“