Vermutlich zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 1927 erhielt Max Liebermann eine Sonnenuhr, die ihm von Genia Levine geschenkt wurde. 1925 porträtierte der Maler diese „schöne Russin“, wie er sie nannte. Verschiedene historischen Fotos von 1932 zeigen Max Liebermann neben seiner Sonnenuhr, bei der es sich um ein Modell handelte, das im
17. Jahrhundert oft in holländischen Gärten aufgestellt wurde.

Es handelte sich dabei um eine sogenannte Äquatorialsonnenuhr: Zwei schmiedeeiserne Reifen, beide mit einem Diameter von etwa 50 cm, aber von unterschiedlicher Breite, waren rechtwinklig miteinander verbunden, so dass sie zusammen eine Sphäre bildeten. Der äußere, schmalere Ring stand auf einem helmförmigen Fußstück. In seiner Mitte entlang des Durchmessers war ein eiserner Pfeil befestigt, der nach Norden zeigte. Dieser Pfeil fungierte als Uhrzeiger: Bei sonnigem Wetter wanderte sein Schatten über die römischen Ziffern, die an der Innenseite des zweiten, breiteren Reifens eingraviert waren.

Die Original-Sonnenuhr aus dem Liebermann-Garten ist seit dem Zwangsverkauf der Liebermann-Villa
1940 verschollen. Im Rahmen der Vervollständigung der Heckengärten wurde die Liebermann-Sonnenuhr aber anhand der historischen Abbildungen rekonstruiert: Der Bildhauer Marcus Golter war für den Entwurf der Uhr verantwortlich und fertigte die Säule an, der Kunstschmied Bernd M. Helmich hat die Uhr geschaffen. Seit dem 8. August 2014 steht sie wieder auf ihrem originalen Standort in der Mitte des Rosengartens innerhalb der Heckengärten.

Der Nachbau der Sonnenuhr ist nur durch die Spenden zahlreicher Mitglieder der Max-Liebermann-Gesellschaft und Freunden der Liebermann-Villa möglich gewesen.

Wir sagen herzlichen Dank!


Autorin: Sandra Köhler – Presse