Wie sich der Klimawandel auf historische Gartenanlagen wie den Liebermann-Garten auswirkt, war Thema eines Pflanzenschutzseminars im Gartenforum Glienicke, an dem die Gärtnermeisterin des Liebermann-Gartens, Kirsten Plathof, kürzlich teilgenommen hat. In diesem Blog fasst sie einige der wichtigsten Ergebnisse zusammen.


Forschungsprojekt zum Klimawandel in historischen Gärten

In einem Forschungsvorhaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Professor Norbert Kühn untersuchte die Forschungsgruppe über zwei Jahre die Folgen des Klimawandels an Gehölzen in historischen Parks und Gärten. Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt von 2015 bis 2017 gefördert und die Ergebnisse dieser Forschung im Dezember 2017 in Form einer Publikation mit dem Titel „Gehölze in historischen Gärten im Klimawandel – Transdisziplinäre Ansätze zur Erhaltung eines Kulturguts“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Publikation soll Fachleuten aus dem gärtnerischen und wissenschaftlichen Bereich als Leitfaden für ihre Arbeit dienen.

Im Studienzeitraum wurden bei verschiedenen Modellvorhaben in Gärten und Parkanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Standort- und Bodenbedingungen, Nährstoffgehalt und Wasserverfügbarkeit untersucht. Es zeigte sich, dass die Häufigkeit extremer Witterungen die Gartendenkmalpflege in Zukunft vor neuartige Aufgaben stellen wird. Themen wie zukünftige Klimaszenarien in historischen Gärten, ökologisch fundierte Pflegestrategien, Klimaadaption der Gehölze, Anzucht von Gehölzen in lokalen Baumschulen, u.a. werden in Zukunft vielfältige Aspekte kunsthistorischer, ökonomischer und gärtnerischer Anforderungen darstellen.

Der Untersuchung zufolge haben sich Luft- und Bodentemperatur in den Gärten und Parks erhöht, mit steigender Tendenz. Eine Folge davon wird eine Verlängerung der thermischen Wachstumsperiode sein. Dadurch dass die Vegetation früher einsetzt, wird es in Zukunft zu einem Anstieg der Schäden durch Spätfröste kommen.

In Bezug auf die Niederschläge erkennt die Studie keine Regelmäßigkeit. Es wird weiterhin Jahre mit vielen Starkniederschlägen und Jahre mit extremer Hitze und Trockenheit geben. Für Gehölze stellt besonders die Frühjahrstrockenheit ein großer Stressfaktor dar.

Autorin: Kirsten Plathof.


Literatur: Kühn, N.; Gillner, S. & Schmidt-Wiegand, A. (Hrsg.) (2017): Gehölze in historischen Gärten im Klimawandel – Transdisziplinäre Ansätze zur Erhaltung eines Kulturguts. Berlin (Universitätsverlag der TU Berlin). ISBN 978-3-7983-2958-4 (print), ISBN 978-3-7983-2959-1 (online)

Die Universitätsbibliothek der TU hat interessierten Gärtner*innen die Studie auch online als pdf kostenfrei zur Verfügung gestellt.