Am Sonntag, dem 8. Februar, trafen sich um 11:30 Uhr zahlreiche Liebermann-Freunde und Pressevertreter am Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee, um des achtzigsten Todestages von Max Liebermann zu gedenken. Woran keiner gedacht hatte: Anders als andere jüdische Friedhöfen ist der Friedhof in der Schönhauser Allee sonntags regulär geschlossen. Da stand man nun in der Kälte des eisigen Windes und hätte die mitgebrachten Kränze am verschlossen Tor niederlegen müssen, wenn nicht, ja wenn nicht Dr. Hermann Simon unter den Anwesenden gewesen wäre. Der Direktor des Centrum Judaicum verfügte über die nötigen Kontakte und die richtige Telefonnummer. Ihm gelang es, einen Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung aus Weißensee zu erreichen, der sich bereiterklärte zu helfen. Die ersehnte Hilfe kam nach einer kalten Viertelstunde in Gestalt eines Rennradfahrers im neonfarbigen Outfit um die Ecke gebogen und öffnete mit dem passenden Schlüssel das Friedhofstor. Dank dieses sportlichen Einsatzes konnten die beiden bunten Kränze doch noch am Liebermann-Familiengrab niedergelegt und mit kurzen Ansprachen von Dr. Hans Gerhard Hannesen, Präsidialsekretär der Akademie der Künste Berlin, und Dr. Martin Faass, Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin, an den vor achtzig Jahren verstorbenen Maler erinnert werden.

Die Vertreter der Akademie der Künste und der Max-Liebermann-Gesellschaft am Liebermann-Gerab
Die Vertreter der Akademie der Künste und der Max-Liebermann-Gesellschaft am Liebermann-Grab

 


Autor: Dr. Martin Faass

Dr. Martin Faass ist Museumsleiter der Liebermann-Villa am Wannsee