Gestern tagte der Gartenbeirat der Liebermann-Villa, ein Gremium von Fachleuten, das uns in Gartenfragen beiseite steht. Der Beirat tagt dreimal im Jahr. Ihm gehören mit dem ehemaligen Gartenbaudirektor Dr. Klaus von Krosigk, dem Fachbereichsleiter Neuer Garten Sven Kerschek und Wolfgang Immenhausen drei absolute Gartenfachleute an, die mit dazu beitragen, dass der denkmalgeschütze Liebermann-Garten höchsten Anforderungen gerecht wird. Das historische Ensemble aus Staudengarten, Gemüsegarten, Blumenterrasse, Heckengärten und Obstwiese bedarf einer ganz besonderen Pflege und stellt mit seiner Vielfalt unterschiedlicher Bepflanzungen eine ganz besondere Herausforderung dar.

Natürlich haben wir mit unserer Gärtnermeisterin Kirsten Plathof eine Gartenchefin, die ihr Handwerk versteht, und Hausmeister, die sich engagiert um die Rasenflächen und die Wege kümmern. Dennoch ist es im Garten wie in allen anderen Arbeitsbereichen: Fachleute, die von außen kommen und die nicht bis zu den Knien in der alltäglichen Arbeitsroutine stecken, haben einen frischen Blick und können mit ihren kritischen Anmerkungen und Fragen dazu beitragen, das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen zu verbessern. Denn in diesem Punkt halten wir es mit dem großen Staudenzüchter Karl Förster: Wer mit seinem Garten schon zufrieden ist, verdient ihn nicht!“

Der ovale Heckengarten mit dem runden Beet in der MItte

Bei ihrem Rundgang durch den Garten beriet die Kommission diesmal unter anderem über die Bepflanzung des Rundbeetes im mittleren Heckengarten und den Rückschnitt der Weide am Wannsee. Auch die Frage konnte geklärt werden, welche Sommerblume in diesem Jahr das Weiß in die langen Beete im Staudengarten bringen soll (die Wahl fiel auf Tanacetum, auch Mutterkraut genannt,) und was gepflanzt wird, wenn es auch in diesem Jahr bei Tanacetum Lieferschwierigkeiten gibt. Besonders Augenmerk fand beim gestrigen Rundgang auch die Bepflanzung neben der Rundbank auf der Blumenterrasse, die durch den Schattendruck der Kastanie nicht die gewünschte üppige Dichte hat. Hier sollen zukünftig Schneebeerensträucher einen harmonischen Abschluss schaffen.

Die Blumenterrasse mit runder Bank

Viele der besprochenen Maßnahmen werden erst im Herbst oder im nächsten Jahr ihre Wirkung zeigen. Langfristig werden sie dazu beitragen, dass der Liebermann-Garten einer der schönsten Gärten Berlins bleibt.

Wir danken den Mitgliedern des Beirates für ihre Unterstützung!


Autor: Dr. Martin Faass

Dr. Martin Faass ist Direktor der Liebermann-Villa